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Modul B: Administration

Lektion 3: Laufwerksverwaltung und -wartung

Dialog: LaufwerkseigenschaftenEin Laufwerk streng genommen erst einmal nur eine physisch vorhandene Einheit (z.B. eine Festplatte oder ein Diskettenlaufwerk), auf die Daten geschrieben werden können und von der Daten auch wieder eingelesen werden können. Windows stattet jedes Laufwerk dann mit einem Buchstaben aus, um die verschiedenen Laufwerke auseinander halten zu können. Die ersten PC waren in der Regel mit zwei Diskettenlaufwerken ausgestattet, die der Einfachheit halber die Bezeichnungen A: und B: erhielten. Darüber hinaus war es damals möglich eine oder zwei Festplatten anzuschließen (die so genannten Master- und Slave-Laufwerke), die die Laufwerksbuchstaben C: und D: zugewiesen bekamen. Diese simple Struktur erhielt sich bis in die frühen neunziger Jahre. Danach kam eine Hardware auf, die zusätzlich zu den zwei Diskettenlaufwerken bis zu vier (ATAPI)-Laufwerke, also Festplatten und CD-ROM-Laufwerke zuordnen konnte. Mit anderen Technologien wie SCSI-Controllern wären 7 zusätzliche Geräte denkbar. Für das Betriebssystem ist all dies unerheblich. Ihm sind diese Grenzen nicht gesetzt. Es benennt einfach fortlaufend weitere Laufwerksbuchstaben.  Aber nicht nur physisch vorhandene, sondern auch sog. "virtuelle" Laufwerke werden durch das Betriebssystem verwaltet. Diese entstehen, wenn eine physische Festplatte - was unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll sein kann - in zwei Hälften geteilt wird. Dann bekommt die erste Hälfte - man spricht von einer Partition - den Buchstaben, den das Laufwerk als Ganzes auch bekommen hätte und die zweite Hälfte den nächsten oder nächst Freien. Jedes Laufwerk bekommt zusätzlich noch eine sogenannte Datenträgerbezeichnung.

3.1 Laufwerke einbauen

Öffnen Sie zunächst das Gehäuse des Rechners, in den die Platte eingebaut werden soll und machen Sie ein wenig Ordnung darin. An der Seite, an der das Gehäuse die Laufwerksschächte hat, müssten noch einige frei sein. Dabei gibt es kleine Einbaurahmen mit 3,5" breite (für Festplatten und Disketten-Laufwerke) und 5,25" für optische Laufwerke. Bauen Sie das Laufwerk nun in einen dieser Schächte ein und verschrauben Sie es. Bei Festplatten achten Sie bitte darauf, dass das Laufwerk nicht auf dem Rücken liegend eingebaut ist. Es muss so eingebaut sein, dass die Platine nach unten zeigt und der Stromanschluss auf der rechten Seite ist, wenn Sie von hinten auf die Platte schauen. (siehe Grafik unten)

3.1.1 Master, Slave, Cable Select [1]

Als welches Laufwerk das neue Laufwerk eingebaut werden soll können Sie mitentscheiden. Wenn Sie nichts festlegen, sind neue Laufwerke mit Hilfe von Kurzschlusssteckern normalerweise auf "cable select" eingestellt. Das bedeutet, dass das Laufwerk abhängig von der Position an der es an das Laufwerkskabel angesteckt ist entweder master oder slave wird. Gehen wir einmal vom auf der Platine aufgesteckten blauen Stecker aus: Das Laufwerk am anderen Ende ist normalerweise das Masterlaufwerk, das Laufwerk in der Mitte das Slave-Laufwerk. Bis zu vier Laufwerke können also an einen IDE-Controller angeschlossen werden. Wenn Ihnen diese Einteilung nicht gefällt können Sie auch bestimmen, dass ein Laufwerk ausdrücklich nur als Slavelaufwerk (das nicht als Bootlaufwerk fungieren kann) angemeldet wird. Dazu müssen Sie den Jumper entsprechend verschieben. Allerdings müssen Sie dann darauf achten, dass das zweite Laufwerk am Kabel, die entsprechende andere Einstellung aufweist.

3.1.2 Laufwerk verkabeln

Wahrscheinlich befindet sich in Ihrem Rechner bereits eine Festplatte. Suchen Sie nach dem Flachbandkabel (ultra ATA-Kabel), das diese mit dem Mainboard verbindet. Befindet sich daran schon ein zweites Gerät (eine zweite Festplatte oder ein CD-/DVD-Laufwerk), dann müssen Sie ein neues Kabel besorgen, denn normalerweise kann an ein Kabel jeweils nur ein Y-Stromadapter für PCsGerätepaar angeschlossen werden (master und slave-Laufwerk). Auf der Platine befindet sich dann ein weiterer (blauer oder schwarzer) Steckanschluss für das das blaue Ende des Flachbandkabel.  (primary slave & master, secondary slave & master). Sind bereits alle vier Ports belegt haben Sie ein Problem und müssten sich für ein Gerät entscheiden, dass fortan nicht länger eingebaut sein soll. Nur bei der SCSI-Technik haben Sie ein wenig mehr Spielraum. Haben Sie jedoch noch ein Kabelende frei versuchen Sie dieses an die Steckleiste auf der Festplatte anzuschließen. Achten Sie dabei auf die Einbaunase am Kabelstecker. Er muss genau in die Anschlussöffnung passen. Die Ader 1 des Kabels ist übrigens rot markiert. Manchmal ist auch der entsprechende Pin 1 am Laufwerk markiert. Häufig sind die ausgelieferten Kabel viel zu kurz und Sie müssen sie durch eigene nachgekaufte ersetzt werden. Wenn Sie übrigens schon einmal auf dem Weg zum Technikhändler sind, vergessen Sie nicht vorher nachzuschauen, ob genügend Stromkabel im Rechner übrig sind. Eventuell benötigen Sie noch einen Y-Adapter für Strom. Die Kabel für S-ATA- Festlpatten (Strom und Daten) sehen etwas anders aus. Auch diese Kabel können nur sehr schwer falsch angeschlossen werden, weil sie L-förmige Ausbuchtungen haben, die nur an den jeweils richtigen Anschluss passen und dann auch nur richtig herum angeschlossen werden können.

3.1.3 Laufwerk anmelden

Das Anmelden des Laufwerks nehmen Sie im BIOS vor. Wenn jedoch dort schon AutoDetect steht, was meistens der Fall ist, dann brauchen Sie sich eigentlich keine Gedanken machen. Das Laufwerk wird dann automatisch angemeldet. Wird die Platte nicht erkannt, können Sie auch unter Custom Type ein Laufwerk selbst definieren. Dazu müssen sie jedoch alle Angaben, die Sie auf der Platte aufgedruckt vorfinden an den enstprechenden Stellen eintragen. Leider kann hier keine genaue Beschreibung gegeben werden, da von Rechner zu Rechner nicht unerhebliche Unterschiede existieren. Schlagen Sie am besten dazu in der Bedienungsanleitung des Rechners nach.

3.2 Laufwerke partitionieren und formatieren

Dialog: Laufwerk formatierenJedes beschreibbare Laufwerk muss zunächst mit einem Dateisystem formatiert werden, bevor es gebraucht werden kann. Stellen Sie sich das wie folgt vor. Sie haben eine große Torte und erwarten einen Haufen Gäste von denen jeder ein Stück abbekommen soll. Nun schneiden Sie entsprechend viele Tortenstücke heraus und schauen, dass alle Stücke gleich groß sind.
Im Endeffekt ist Formatieren nichts anderes. Dabei wird der Datenträger so unterteilt, dass adressierbare physische Einheiten entstehen: die so genannten Zuordnungseinheiten. Von Ihnen gibt es eine große Zahl, die Platte kann nun den Zustand jeder Einheit bestimmen und folglich auch bestimmen, wo die Daten, die Sie auf der Festplatte ablegen dann physisch liegen.
In der Realität nehmen Sie natürlich kein Tortenmesser, sondern Sie klicken mit der rechten Maustaste auf den Laufwerksbuchstaben klicken und im Kontextmenü "Formatieren..." wählen. Beim erstmaligen Formatieren können Sie die Option "Schnellformatierung" nicht wählen. Die Schnellformatierung unterscheidet sich von der normalen Formatierung dadurch, dass die Fehlerüberprüfung während der Formatierung unterbleibt. Das Löschen der Daten und das eigentliche Formatieren unterscheiden sich nicht. Allerdings ist der Verzicht auf die Fehlerüberprüfung nur dann ratsam, wenn Sie ganz sicher sind, dass die Partition fehlerfrei ist. Wenn Sie ein Laufwerk neu formatieren wollen, gehen dabei alle Daten darauf verloren. Alternativ können Sie auch den Befehl format in der Eingabeaufforderung eingeben. Zum Beispiel in der folgenden Form: format D: um das Laufwerk D: zu formatieren.
Sie können außerdem aus jedem physischen Datenträger mehrere Laufwerke machen, die dann auch unterschiedliche Laufwerksbuchstaben bekommen. Man spricht dann von "Partitionieren". Seit Windows Vista / 2008 ist es auch möglich Partitionen auf einem Datenträger zu verkleinern oder zu vergrößern. Dies kann durch einen Rechtsklick auf die Partition in der Datenträgerverwaltung unter "Computerverwaltung" erfolgen.

3.2.1 Dateisysteme

Nun, wir haben gehört, dass Laufwerke mit dem Dateisystem formatiert werden. Nur was ist das: ein Dateisystem? Das Betriebssystem selbst verwaltet die Dateien, in dem es sich merkt, wo welche Dateien auf dem Datenträger physisch gespeichert sind. Je nach Dateisystem-Art (FAT16, FAT32, NTFS) unterscheiden sich dabei die adressierbare Gesamtgröße eines Laufwerks (FAT 16= 2 GB, FAT32, NTFS= 2 TB) und die Art der Datenspeicherung:

a. FAT-Systeme

FAT-basierte Laufwerke speichern zu beginn jedes Dateisystems eine Tabelle in der die physische Speicheradresse und die darauf befindliche Datei hinterlegt ist. Diese Tabelle nennt man FAT (file allocation table, Dateizuordnungstabelle). Der Nachteil dieses Systems ist, dass es sehr Fehler anfällig ist, wenn der Rechner unvorhergesehen abstürzt, ausgeschaltet wird oder der Strom ausfällt. Grund dafür ist, dass Daten die verändert wurden direkt überschrieben werden. Fällt beim Schreibvorgang der Strom aus, ist weder die alte noch die neue Version der Daten vorhanden und der Rechner kann schweren Schaden nehmen.

b. NTFS-Systeme

NTFS-basierte Laufwerke merken sich die PHYSISCHE Adresse ihrer Dateien in der MFT (master file table). Die MFT liegt im Bootsektor einer Festplatte (...und natürlich in der Kopie des Bootsektors...) Ihr Aufbau ist auf doppelte Sicherheit ausgelegt. So sind zum Beispiel gleich drei Einträge dazu da, die MFT selbst zu reparieren, falls das Original zerstört sein sollte. Interessant ist zum Beispiel, dass sehr kleine Dateien oder Verzeichnisse (die auch als Dateien behandelt werden) direkt in die MFT geschrieben werden.
Unter NTFS ist es nun auch möglich so genannte "Mountpoints" zu installieren. Dabei wird ein ganzes Dateisystem/Laufwerk als Verzeichnis in ein anderes "eingehängt". Dazu später mehr...

Die letzte und wichtigste hier besprochene Eigenschaft ist die erhöhte Datenkonsistenz. Im Gegensatz zum FAT System schadet, ein Systemausfall dem NTFS-System nicht so sehr. Daten, die bearbeitet wurden, werden vor dem Speichern in ein Transaktions-Log geschrieben. Bei anderen Betriebssystemen, die auf Unix basieren, nennt man so etwas Journal (daher JFS, journaled file system). Fällt während des Schreibens der Strom aus, ist auf der Festplatte der alte Status ja immer noch gespeichert. Der begonnene Inhalt des Logs wird ignoriert und gelöscht, sodass die Version vor dem letzten erfolgreichen Speicherprozess wieder verfügbar ist. Diesen Vorgang nennt man "Rollback". Ist das Log bereits vollständig geschrieben, aber noch nicht der Produktivdatensatz, wird die Änderung beim Neustart aus dem Log aktualisiert und der produktive Teil auf der Festplatte überschrieben. Dies nennt man "Roll-Forward". So gibt es immer einen konsistenten Datensatz. Ausnahme: Veränderungen am Bootsektor! Weitere Infos unter: → http://www.ntfs.com

3.2.2 Disk-Labeling

3.2.2.1 Laufwerksbezeichnung ändern

Dialog: LaufwerkseigenschaftenWenn Sie die standardmäßige Datenträgerbezeichnung nicht beim Formatieren nach Ihren Wünschen geändert haben, vergibt Windows den wenig aussagekräftigen Namen "Lokaler Datenträger". Diese Datenträgerbezeichnung lässt sich aber auch noch nach dem Formatieren ändern. So können Sie dafür auch die Bezeichnung "SYSTEM" oder "DATEN" oder aber etwas anderes Sprechendes vorgeben. Sie haben bei Laufwerken, die mit FAT32 formatiert sind die Möglichkeit bis zu elf Zeichen dafür vorzugeben. Bei NTFS-Laufwerken liegt dieser Wert höher.

Zunächst öffnen Sie den Windows-Explorer(; Windowstaste + e) und markieren Sie das Laufwerk mit dem zu ändernden Namen. Klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf und wählen Sie im Kontextmenü des Laufwerks den Menüpunkt "Eigenschaften".
Das links gezeigte Fenster öffnet sich. Es besteht normalerweise aus drei Reitern. Je nachdem mit welchen Rechten Sie sich anmelden und ob das Laufwerk in einem Netzwerk hängt könnten auch noch weitere Reiter ("Kontigentverwaltung"...) zu sehen sein.

Wählen Sie hier gleich den ersten Reiter "Allgemein". In dem Feld neben dem Datenträger-Icon steht der bisherige Laufwerksname. Geben Sie hier den gewünschten neuen Namen vor und bestätigen Sie den Dialog mit "Übernehmen". Nach der Bestätigung mit ok gilt er fortan für das Laufwerk.

Alternativ kann dies auch über die Eingabeaufforderung mit dem Befehl "label" erledigt werden: label C: zum Beispiel ändert die Bezeichnung von Laufwerk C:
Im Anschluss kann dann ein neuer Name vorgegeben werden.

2.2.2 Laufwerksbuchstaben ändern.

Beim Ändern eines Laufwerksbuchstabens kommt es darauf an, ob es sich dabei um ein lokales Laufwerk oder um ein Netzwerklaufwerk handelt.

a. Ändern des LW-Buchstabens eines Netzlaufwerks

Das Ändern des Buchstabens eines Netzlaufwerks erfolgt durch das Trennen und neu Anmelden des Netzlaufwerks im Windows Explorer. ("Extras" --> "Netzlaufwerk trennen" DANN "Extras" --> "Netzlaufwerk verbinden..." und dort den gewünschten Laufwerksbuchstaben vergeben.)
Alternativ kann dies auch über die Command-Line geschehen:
Gehen wir davon aus, dass das zu trennende Laufwerk bislang den Buchstaben S: hatte und nun den Buchstaben T: erhalten soll. Dazu muss das Laufwerk erst wieder getrennt werden:
net use S: /DELETE
net use T: \\SERVER\FREIGABE /PERSISTENT:YES /USER:TESTUSER

Dabei erzwingt der Parameter "/PERSISTENT:YES" das Widerverbinden des Laufwerks nach Anmeldung, wenn der Computer neu gestartet wurde.

b. Ändern des LW-Buchstabens eines lokalen Laufwerks

Die Konsole Computerverwaltung
Das Ändern eines Laufwerksbuchstabens einer lokalen Festplatte oder lokalen virtuellen Laufwerks (z.B. einer Festplattenpartition) erfolgt über die so genannte Computerverwaltung und ist nicht so einfach, wie die Vergabe bei einem Netzlaufwerk, und Vorsicht (!), die Änderung kann zur Funktionsuntüchtigkeit von Dateiverknüpfungen führen. Sie können daher niemals den Laufwerksbuchstaben der Systempartition (in der Regel Laufwerk C:) ändern! Die Computerverwaltung wird folgendermaßen geöffnet:
Öffnen Sie die Systemsteuerung: (Start --> Einstellungen --> Systemsteuerung) und Klicken Sie in der klassischen Ansicht auf "Verwaltung".
In dem neuen Fenster klicken Sie auf "Computerverwaltung". Es öffnet sich das oben gezeigte Fenster. Im Dateibaum unter "Datenspeicher" befindet sich der Punkt "Datenträgerverwaltung". Im Kontextmenü des gewünschten Laufwerks befindet sich der Punkt Laufwerksbuchstaben und -pfade ändern. Dialog: Laufwerksbezeichnung oder -pfad ändernEin weiterer Klick öffnet das rechts gezeigte Fenster:

Klicken Sie auf Ändern... um den Laufwerksbuchstaben zu ändern. Es werden Ihnen die verbleibenden freien Buchstaben zur Auswahl angeboten.

3.2.2.3 Laufwerke mounten

Wenn Sie ein komplettes Laufwerk (zum Beispiel D:\ [Dokumente]) in den Ordner "Dokumente" auf Laufwerk C: einhängen wollen, können Sie das über den gleichen Weg wie im vorherigen Punkt tun. Im letzten Dialogfeld klicken Sie jedoch auf die Schaltfläche "Hinzufügen". Dort können Sie das gewünschte Zielverzeichnis - den Mountpoint - bestimmen. Hinweis: Das Verzeichnis muss vorher als leeres Verzeichnis angelegt werden.
Warum sollte man so etwas tun? Nun gut die Frage ist berechtigt. Es kann sinnvoll sein, bestimmte Daten auf einer eigenen physischen Festplatte zu lagern um sie eventuell abdocken und über Nacht wegschließen zu können oder als Einheit zu sichern. Nicht immer ist es bei Programmen dabei jedoch möglich die Standardpfade auf ein bestimmtes Laufwerk zu lenken. Viele Programme haben fest eingestellte Pfade. Mit der Technik des Mountens kann man diese Pfade nun benutzen obwohl die Daten physisch auf einer anderen Festplatte liegen

3.3 Laufwerkswartung

3.3.1 Datensicherung

Intervall je nach Wichtigkeit und Veränderungsvolumen, zwischen 2x täglich und 1x wöchentlich
Dauer je nach Datenmenge ca. 0,5 bis 2 Stunden
einplanbar ja
Programm Nero Burning ROM, Windows NT-Backuptool
Effekt Datensicherheit, -wiederherstellung bei Datenverlust durch Hardwaredefekt oder versehentliches Löschen.

Die größte Aufmerksamkeit bei den regelmäßigen Aufgaben sollte dabei der Datensicherung zukommen. Jeder weiß das, aber die Wenigsten sichern ihre Daten regelmäßig. Mittlerweile ist jedoch eine Datensicherung eigentlich kein Problem mehr, denn die gängigen Backup-Tools unterstützen CD bzw. DVD-Roms als Backup-Medien. Bei der Nero Suite ist z.B. ein Backup-Tool schon integriert. Nach wie vor steht unter Windows auch das alte NT-Backup- Tool zur Verfügung. Leider kann dort nur auf Bandlaufwerken, Festplatten oder Disketten gesichert werden, außerdem muss das Tool bei Windowsxp Home Edition erst von der Installations-CD nachinstalliert werden, da es nicht automatisch mitinstalliert wird. Es befindet sich im Verzeichnis \valueadd\
Allerdings ist es nicht mehr unbedingt zeitgemäß. Bei sinnvoller Verwendung können Sie lediglich eine Datei auf der Festplatte ablegen und diese dann mit der Brennroutine brennen. Nachteil ist: Sie haben zwei separate Aktionen (Datei erstellen und Datei brennen) und können das nicht einfach automatisieren. Andererseits sind die Preise für CD/DVD-Rohlinge mittlerweile so erschwinglich, dass darüber welches Medium eingesetzt wird, kein Zweifel aufkommen sollte. Windows Vista hat übrigens eine eingebaute Funktion für das Backup. Wenn Sie jedoch in eine Datei, die mit dem NT-Backuptool aus einer der Vorversionen erstellt worden ist, öffnen wollen

3.3.2 Laufwerkspflege

Eine Festplatte, die über einen längeren Zeitraum nicht gepflegt wird, wird deutlich langsamer und unsicherer. Datenverlust droht fast unausweichlich. Nur wie ist das zu verstehen? Schließlich nimmt nicht die Geschwindigkeit ab, mit der die Platte sich dreht und auch der Datendurchsatz, also die Zeit, die die Festplatte braucht um eine bestimmte Datenmenge auszulesen oder zu schreiben verringert sich nicht.

3.3.2.1 bereinigen

Intervall monatlich
Dauer je nach Datenmenge ca. 5 bis 40 Minuten
einplanbar ja
Programm Windows Datenträgerbereinigung, XP-Clean, RegCleaner
Effekt Geschwindigkeitssteigerung

Zunächst einmal ist es so, dass Festplatten versuchen vorauszusehen, welche Daten als nächstes abgerufen werden und eine gewisse Auswahl schon vorher in einen Puffer (HD-Cache) stellen um diese Daten schneller anbieten zu können, wenn sie benötigt werden. Diese sequentielle Auswahl wird immer schwieriger je mehr Datenmüll auf dem Laufwerk gespeichert ist. Wie kommt dieser Datenmüll nun zu Stande?

a. Sicherungsdateien

Wenn ein neues Programm installiert wird, legt die Installationsroutine eventuell eine unmodifizierte Version, der Dateien ab, die sie bei der Installation verändert. Diese Dateien erhalten häufig die Dateierweiterung .old oder .bak und sollen helfen, den vorherigen Status des Systems bei einer fehlerhaften Installation wieder herstellen zu können. Zusätzlich dazu wird von Windows selbst (seit Winxp) ein so genannter Systemwiederherrstellungspunkt angelegt. Im Endeffekt werden dabei sämtliche relevanten Systemdateien im Verzeichnis "System Volume Information" als Sicherheitskopie abgelegt. Diese können im Zweifelsfall wieder reaktiviert werden, wenn die Datenträgerüberwachung für das entsprechende Laufwerk eingeschaltet worden ist.  Weitere Hinweise dazu gibt es in der Microsoft Knowledge Base unter folgenden URLs:

http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;de;310405

Die von der Installation angelegten Varianten mit der Bezeichnung old oder bak sind jedoch schon nach kurzer Zeit so weit von der gegenwärtigen Systeminstallation entfernt, dass ihre Reaktivierung ausscheidet. Daher können sie - gerade wenn das System zum gewählten Zeitpunkt - fehlerfrei läuft in der Regel gelöscht werden. Es gibt auch noch weitere Installationsquellen, die nach der Installation in Ordnern mit kryptischen Namen hinterlegt bleiben. Diese können jedoch nicht immer sicher ohne Konsequenzen gelöscht werden.

b. Temporäre Dateien, Prüfprotokolle

Dialog: Laufwerkseigenschaften Ähnliches gilt für temporäre Dateien mit der Endung tmp, die häufig unter C:\TEMP C:\TMP oder C:\WINDOWS\TEMP abgelegt sind. Zu guter Letzt sind häufig auch Prüfprotokolle von Scandisk oder Antiviren-Programmen übrig. Diese tragen häufig eine numerische Dateierweiterung (.000, .001, .002 usw..). Sie können auch oft bedenkenlos gelöscht werden.  Obacht ist jedoch geboten, wenn die vermeintlich zu löschende Datei durch die Sperrverwaltung gegenwärtig gesperrt wird, denn dann wird die gewählte Datei augenblicklich noch benötigt.

Zum Entfernen all dieser unerwünschten, überflüssigen Dateien müsste man nun alle entsprechenden Speicherorte danach durchsuchen. Ein recht mühsamer Vorgang, wenn man es händisch tun wollte. Nun gibt es mehrere Möglichkeiten dies einfacher zu tun:

Möglichkeit 1: Mit Windowsmitteln die Laufwerke bereinigen. Rufen Sie dazu den Arbeitsplatz auf. Im Kontextmenü jedes Laufwerks befinden sich die Laufwerkseigenschaften. Klicken Sie darauf. Im Reiter "Allgemein" gibt es bei der Grafik zur Festplattenauslastung einen Button "Laufwerk bereinigen..." oder "bereinigen.." (seit Windowsxp) Klicken Sie darauf und folgen Sie den Anweisungen des Laufwerksbereinigungs-Assistenten. Er wird einen Großteil der Dateien löschen und den Datenträger automatisch teilweise komprimieren. Führen Sie diese Prozedur regelmäßig aus oder planen sie diese Wartungsarbeit monatlich ein und sie werden sehen, ihr Rechner arbeitet länger zufriedenstellend.

Möglichkeit 2: Nehmen Sie ein Extra-Werkzeug in die Hand. (Zum Beispiel XP-Clean und lassen Sie die Arbeit davon erledigen.) Vorteil: Besser und gründlicher als die Windows-Routine und häufig einfacher zu bedienen.

Nun sollten Sie noch etwas Geduld mitbringen, denn die Bereinigung kann je nach Laufwerk und Füllstand auch einige Stunden dauern in denen sich für Sie optisch nichts verändert. Es wäre jedoch fatal deswegen den Rechner einfach auszuschalten...

c. vergessene Registrierungsschlüssel

Intervall halbjährlich
Dauer ca. 5-10 Minuten (bei Erstausführung 10-15 Min.)
einplanbar nein
Programm XP Clean, RegClean, RegCleaner
Effekt Geschwindigkeitssteigerung, Fehlervermeidung


Die meisten Programme werden unter Windows bei Ihrer Installation in der → Registrierungsdatenbank ("registry") registriert. Dabei wird unter Anderem festgelegt welche Dateitypen mit dem entsprechenden Programm geöffnet werden sollen, oft auch welche Dateien zuletzt damit geöffnet wurden ("Recent-Liste") und und und... Wird ein Programm nun deinstalliert kommt es fast immer dazu, dass einige dieser Einträge zurückbleiben, weil die Deinstallationsroutinen nicht wirklich gründlich sind. Das kann mehrere Gründe haben: Häufig hat der Programmierer einfach vergessen den Löschbefehl für den Registrierungsschlüssel mitzugeben. Manchmal wurde ein Schlüssel auch verändert und wird deshalb nicht mehr gelöscht. Gründe dafür gibt es viele. Es kann dabei dazu kommen, dass der Windowsstart (bei dem die gesamte Registrierungsdatei eingelesen wird) deutlich verlangsamt wird. Den Effekt erkennt man immer stärker je älter das System wird. Mit der Zeit sammeln sich leicht 120.000 Schlüssel und mehr in der Registrierung an. Den Überblick darüber zu behalten ist unmöglich. Sind 20% dieser Schlüssel ungültig dürfte das System fast stehen.
Abhilfe schaffen so genannte Registry-Cleaner. Die Palette ist breit gefächert. Als Programme kommen Reg-Cleaner und wieder das Multitool XP-Clean sowie zahlreiche Andere in Betracht. Es wurde schon beobachtet, dass jedes der Tools Schwächen hat und einige Einträge durchaus zurück bleiben können. Mehrfaches Scannen mit unterschiedlichen Programmen kann also weitere Schlüssel als unnütz entlarven.

d. E-Mail-Speicher

Intervall je nach Mailaufkommen
2x monatlich bis 1x wöchentlich
Dauer ca. 1 Minute pro Benutzerkonto
einplanbar erst seit Windows Vista
Programm Windows-Mail bzw. Outlook Express Standardbefehl
Effekt Speicherplatzgewinn, Datenschutz, Geschwindigkeitssteigerung


E-Mail-Clients wie Outlook Express oder das neue Windows Mail speichern jeden E-Mail-Ordner als Datei im Windows-Dateisystem ab. Dabei ergibt sich zum Beispiel für den Posteingang der Dateiname posteingang.dbx. Die Dateien stehen versteckt in einem Systemordner unter
Dokumente und Einstellungen\<Benutzerkonto>\Anwendungsdaten\{OutlookExpress-Ordnerschlüssel}\  (Outlook Express) oder
Benutzer\<Benutzerkonto>\AppData\Local\Microsoft\Windows Mail
Der Ordner ist normalerweise nicht über den Windows-Explorer erreichbar, d.h. er wird nicht als Ordner angezeigt, sondern muss händisch explizit angesteuert werden. Das Problem dabei ist jedoch, dass der Ordnerschlüssel lang und kryptisch ist. Einzige Vorgehensweise:
a. Windows Explorer öffnen und die Adressleiste einblenden
b. Outlook Express öffnen und via Kontextmenü die Ordnereigenschaften des gewünschten Ordners aufrufen
c. Unter dem Punkt "Speicherort für Ordnerdatei" kann man nun den Ordner der die Dateien enthält anzeigen.
d. Pfad markieren und Strg+c zum kopieren des Pfades drücken.
e. Zum Explorer wechseln und die Pfadangabe in die Adressleiste mit Strg+v einfügen
f. Die eigentliche Datei aus dem Pfad wieder löschen (sodass nur das Verzeichnis stehen bleibt)
f. mit Enter bestätigen. Nun wird der Ordnerinhalt mit allen Ordnerdateien angezeigt.

Outlook Express: Ordner komprimierenWozu das Ganze?
Die Größe der Ordnerdateien entspricht in aller Regel nicht der Gesamtgröße der Emails, die in OE angezeigt wird, sondern die im Dateisystem abgelegten Ordner sind deutlich größer. Hintergrund: Alle jemals gelöschten Mails sind versteckt auch noch in dem Ordner gespeichert und werden nur aus der Ansicht gelöscht. Da Outlook Express / Windows Mail bei jedem Start jeden Ordner trotzdem komplett einliest wird der Start mit der Zeit immer langsamer. Führt man nun den Befehl

"Datei" --> "Ordner" --> "Alle Ordner komprimieren" (nur Outlook Express)

aus, werden die gelöschten Dateien dann auch tatsächlich aus den Mailordnern gelöscht. Der Outlook-Start wird deutlich beschleunigt und der okkupierte Speicherplatz wird wieder freigegeben. Je nachdem ob die Mails größere Anhänge hatten kann dies schon eine erhebliche Speicherbelegung sein.
Im neuen Produkt "Windows Mail" erfolgt das Komprimieren durch das System automatisch nach jedem 25. Programmstart. Über Optionen --> Wartung kann man auch ein anderes Intervall angeben. Bei täglicher Nutzung reicht dieser Wert jedoch aus.

3.3.2.2 defragmentieren

Intervall monatlich
Dauer je nach Datenmenge ca. 0,5 bis 4 Stunden
einplanbar ja
Programm Microsoft Defrag, 0&0 Defrag
Effekt Geschwindigkeitssteigerung,
Verschleißminderung, Speicherplatzgewinn

a. Fragmentierung einfach

Normalerweise werden Daten, die auf eine Festplatte geschrieben werden hintereinander abgelegt, das bedeutet zunächst wird "der Anfang" des Datenträgers beschrieben bis er irgendwann voll ist. Das Beispiel zeigt drei hintereinander abgelegte Dateien und den freien Speicherbereich.
Defragmentierung: Drei Dateien ins Sequenz
Wird nun eine Datei aus der Mitte herausgelöscht, wird nicht etwa der ganze Rest nach vorn geschrieben, sondern die Lücke bleibt (vorerst) bestehen, denn ein Aufrücken der nachfolgenden Dateien, würde bei großen Datenmengen sehr lange dauern und zu erhöhter physischer Beanspruchung führen, wenn z.B. 50 kleine Dateien innerhalb einer Stunde gelöscht würden und der Datenträger quasi 50 mal komplett überschrieben würde. Der Datenträger sieht dann also wie folgt aus:
Defragmentierung: Datei im Verbund wird gelöscht.
Stehen nun neue Daten zum Schreiben auf den Datenträger an, kommt es darauf an, ob sie in die Lücke passen oder nicht. Sind sie zu groß für die Lücke würde der Datenblock hinten angestellt, passt er hinein wird er in die Lücke geschrieben. Das wirkt sich vor allem dann negativ aus, wenn der neue Block zwar kleiner als der Alte ist, aber nur unwesentlich weniger Platz beansprucht und dadurch eine Mini-Lücke entsteht, die nie gefüllt wird, weil ein so kleiner Datenblock nur äußerst selten benötigt wird - es entsteht ein ungenutzter Speicherbereich.
Defragmentierung: neue kleinere Datei fuellt Luecke nicht aus

b. Fragmentierung komplexer

Gehen wir von obiger Situation aus. Die mittlere Datei wird wieder gelöscht.
Defragmentierung: Datei im Verbund wird gelöscht.
Nun wird jedoch keine neue Datei geschrieben, sondern die erste Datei ganz links wird fortgeschrieben und benötigt mehr Speicherplatz. Getreu dem oben erlernten Prinzip würde nun ein Teil, der in die Lücke passte auch in diese geschrieben, größere Teile hinten angestellt. Das kann zu folgender Situation führen.
Defragmentierung: Ein zu grosses Dateifragment wird hinten angestellt
Der Lesekopf des Datenträger müsste nun also den ungenutzten Speicher, den Datei 2 vorher belegt hat sowie die Datei 3 überspringen um den Rest der Datei 1 einzulesen. Das verlangsamt den Leseprozess sehr, weil ein weiter Weg zurückzulegen ist.
Um zu verdeutlichen wie sehr dieser Prozess im Extremfall zu Leistungseinbußen führen kann nehmen wir einmal an, dass nun die Erste einer weiteren kleinen Modifikation unterzogen werden muss und diesmal die Änderung dabei so klein bleibt, dass sie in die Lücke passt. In dem Fall wird sie dort hinein geschrieben, es entsteht ein drittes Fragment. Folgendermaßen sieht die Situation nun aus:
Defragmentierung: ein weiteres Segment wird in die Luecke eingefuegt.
Ein "Springen" des Lesekopfes ist also unvermeidlich. Auf die Spitze getrieben kann das so aussehen:
Defragmentierung: Lesekopfbewegung im Extremfall
Dieses Springen dauert sehr lange und ist sehr verschleißernd. Hier im Beispiel ist nur eine Datei betroffen. Im Realbetrieb werden dies tausende sein, sodass ein regelmäßiges Neuausrichten "Defragmentieren" eine echte Leistungswiederherstellung sein kann. Dabei würden fragmentierte Dateien wieder zu einer Datei zusammengesetzt und die Lücken im Datenbereich wieder geschlossen. Defrag kann entweder über die Laufwerkseigenschaften (Reiter "Extras") oder über die Systemprogramme (Start--> Programme --> Zubehör --> Systemprogramme --> Defragmentierung) aufgerufen werden. Während der Defragmentierung sollte nichts anderes auf dem Rechner laufen. Seit Windows Vista wird dieser Vorgang als geplanter Task regelmäßig im Hintergrund durchgeführt.

3.3.2.3 prüfen

Bei Problemen mit Ihrer Festplatte haben Sie fast die größte Chance herauszufinden wo es im Argen liegt. Microsoft liefert mit Windows das Tool ScanDisk aus. Sie können das Tool entweder über das Kontextmenü des defekten Laufwerks starten oder über Zubehör\Systemprogramme\ScanDisk. Sollte ein physischer Defekt der Festplatte vorliegen können Sie dies mit Hilfe des Tools herausfinden. Dazu hat das Tool zwei Arbeitsmodi: a) Standardprüfung oder b) Intensivprüfung. Sollten tatsächlich Sektorenfehler auf dem Laufwerk erscheinen. Sollten Sie schnellstmöglich (am besten nicht mehr neu booten sondern SOFORT) eine Datensicherung des Laufwerks anstoßen und das Laufwerk danach entsorgen. Physische Fehler neigen nämlich dazu sich auszudehnen. Eine neue Festplatte ist häufig die einzig sichere Wahl. Logische Laufwerksfehler kann ScanDisk häufig jedoch wieder beheben.

3.4 Speichernetzwerke

Stellen Sie sich vor, es wird ein neuer Server aufgesetzt. Dieser benötigt samt Anwendungen und Datenbank ca. 80 GB Speicherplatz und wird auch auf lange Sicht nicht groß anwachsen. Angenommen die kleinste gegenwärtig erhältliche Festplatte sei 300 GB groß. Würde man diese lokal in den Rechner einbauen, wären 220 GB verschenkt. In weiteren Servern läuft das ähnlich. Man benötigt lediglich einen kleinen Teil des dann verfügbaren Speichers. Schnell hat man also einen Terrabyte großen Overhead. Es wäre also schön, wenn sich die Rechner die Festplatten teilen könnten und man den gewonnenen Platz Sicherungsmaßnahmen wie einem RAID zuweisen könnte und sogar noch deutliche Einsparungen hätte. Die Lösung für beide Probleme ist dabei das SAN (Storage Area Network).
In einem SAN wird eine Festplatte in mehrere logische Einheiten geteilt, die dann also logische Laufwerke dem Server zugänglich gemacht werden können. Dabei können diese "logischen Platten" später auch nach Bedarf vergrößert werden. Von der im Beispiel erwähnten 300 GB-Platte würde man also je 100 GB an drei Server verteilen und hätte bei jedem Server sogar noch 20 GB Spielraum. Selbst mit einem Festplattenspiegel würde man nun also schon bei drei Servern eine 300 GB Festplatte sparen. Bei Serverfestplatten kann dies leicht eine hohe dreistellige Summe sein, allein bei drei Servern. Wenn es 100 Server oder mehr sind, kommt dabei schon eine gewaltige Summe zusammen.

Sparpotential SAN

Der eigentliche Vorteil ist also, dass man eine Festplatte besser an die tatsächlich benötigte Speichermenge anpassen kann.
Es gibt jedoch auch noch einen zweiten, einen Sicherheitsvorteil. Nur lokal gespeicherte Informationen können durch einen Festplattencrash oder einen Diebstahl des Rechners verloren gehen oder sogar in falsche Hände geraten. Dem ersten Problem kann man durch regelmäßiges Datensichern entgehen, dem zweiten jedoch nicht. Das Ideal ist also, möglichst keinerlei Daten auf dem lokalen PC abzulegen. War dies früher auf Grund der geringen Netzwerkbandbreite eher ein frommer Wunsch, gibt es heute mit 100 MBit oder sogar 1 GBit Netzwerkadaptern eigentlich keinen Grund mehr vor der Netzwerklast zurückzuschrecken. Es ist also möglich in der Serverumgebung die Dateien des Benutzers zu speichern und dem Benutzer lediglich auf den Rechner zu mounten. Das Verfahren hat allerdings einen Haken: Bricht die Netzwerkverbindung zusammen, kommt der Benutzer nicht mehr an seine Dateien und geöffnete Dateien können nicht mehr gespeichert werden. Aus diesem Grund hat sich folgende Methode durchgesetzt: Die Daten liegen auf einem Server, dessen Festplatten im SAN liegen. Sie werden dem Benutzer beim Anmelden mit dem Logon-Script auf seinen PC gemountet und liegen dort außerdem in verschlüsselter Form (für den Fall, dass der Benutzer die Netzwerkverbindung verliert oder einen Laptop benutzt.) auch lokal vor. Die Dateien werden in bestimmten (kurzen) Intervallen mit dem Server abgeglichen (synchronisiert) und bei Bedarf entsprechend aktualisiert. Außerdem finden die Synchronisation bei der An- und Abmeldung statt. Dadurch ist gewährleistet, dass die Benutzer jederzeit arbeiten können und die Daten auf dem Server jederzeit aktuell sind.

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Quellenangaben:

[1] Seagate Technology, Scotts Valley California. [URL: http://www.seagate.com/images/support/en/us/u5_family_1.gif]
Datum der letzten Recherche: 11.06.2008 19:29 Uhr

 

Letzte Aktualisierung 30.04.2011 23:45 Uhr
© by Stefan Klebs (2004-2011)