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von Computersystemen
Modul C: IT-Sicherheit
Lektion 1: Grundsätzliche Gedanken zur Sicherheit von
Computersystemen
1.1 Was Sicherheit ist und was Sie nicht ist
Bereits in der Kapitelübersicht zu diesem Modul habe ich versucht anzudeuten,
dass es die absolute Sicherheit nicht gibt. Sie müssen also versuchen die
Gradwanderung zwischen ausreichender Absicherung und Administrierbarkeit,
zwischen Aufwand und Schadenspotenzial zu schaffen. Sie kommen also nicht umhin,
eine Bedrohungsanalyse und ein IT-Sicherheitskonzept zu erstellen und
umzusetzen. Das Umsetzen ist der Erfahrung nach der deutlich schwierigere Teil
der Aufgabe, denn unter Umständen beinhaltet ihr Konzept das Einschränken von
Berechtigungen Ihrer Kollegen. Unternehmen können diesem Problem effektiv nur
auf eine Weise begegnen: Das Konzept muss extern erstellt und umgesetzt werden
und die IT-Leitung muss das Durchsetzen erzwingen. Theoretisch kann das zwar
jederzeit auch ein interner Mitarbeiter fachlich leisten, jedoch ist es
wie oft beschrieben: Der Prophet gilt im eigenen Land nichts. Glauben Sie mir,
ich hab das oft genug erlebt. :-)
IT-Sicherheit ist aber deutlich mehr, als es zunächst scheint. Natürlich
benötigen Sie eine Virenschutzlösung und einen gut konfigurierten Firewall, so
wie sie es von daheim schon kennen. Aber zu einer Unternehmenslösung gehört auch
eine Intrusion-Detection-Lösung, also ein Programm zum Erkennen von Angriffen
und Manipulationen in Computernetzen, ein Berechtigungskonzept für Datei,
Drucker- und
Programmzugriffe und ein Programm, dass Manipulationen durch Mitarbeiter
erkennen kann. Angriffe von Innen sind durchaus nicht ungewöhnlich und auch die
althergebrachten Maßnahmen wie ein Vieraugenprinzip oder Freigabegrenzen für
Auszahlungen sind nicht sicher, weil ein Vieraugenprinzip nur funktioniert, wenn
einer der Mitarbeiter vertrauenswürdig ist. Freigabegrenzen können sinnvoll
sein, wenn Mitarbeiter eigenverantwortlich Regelbeträge (zum Beispiel die
Gebäudemiete) anweisen sollen. Dadurch wird im Veruntreuungsfall zumindest eine
Schadensbegrenzung erreicht. Aber auch hier gibt es Programme, die
Unregelmäßigkeiten innerhalb der Freigabegrenze erkennen können. Diese
Lösungen würden zum Beispiel erkennen, wenn ein Mitarbeiter ständig am
Monatsletzen den Restbetrag seiner Freigabegrenze anweisen würde oder immer kurz
unter der Grenze für Einzeltransaktionen bliebe. Dieses Gesamtpaket aus
Maßnahmen ist jedoch nichts wert, wenn die Gebäudesicherheit nicht gewährleistet
ist, und jeder an einen ungesicherten PC oder gar einen Server gelangen kann.
Lassen Sie sich auch später regelmäßig extern prüfen. Es gibt eine ganze Reihe
von Dienstleistern, die sogenannte Penetrationstest durchführen und Ihnen
anschließend Ihre Schwachstellen aufzeigen.
Sicherheit bedeutet jedoch nicht nur Schutzmaßnahmen zu ergreifen, sondern auch
im Fall der Fälle, Daten wiederherstellen zu können und bei einem Unglücksfall
wie einem Gebäudebrand nicht wochenlang außer Betrieb zu sein.
1.2 Gebäudesicherheit
Wie bekommen wir nur unser Gebäude gesichert? Was ist zu beachten und wie
stellt man es an? Sicher ist hier nur: Während es einige Sicherheitsmaßnahmen
sozusagen durch reines Nachdenken zum "Nulltarif" gibt, ist das in aller Regel
bei der Gebäudesicherheit nicht der Fall. Sprich hier muss fast immer ein großer
Betrag investiert werden um ein Rechenzentrumsgebäude sicher zu machen. Oft ist
der Anstoß aber mit einer kleinen Investition getan und damit schon ein großer
Beitrag zur Sicherheit geleistet.
1.2.1 Zutrittskontrolle
Eigentlich selbstverständlich: Der Zugang zu Servern soll auf die Mitarbeiter
beschränkt werden, die die Maschinen vernetzen und administrieren und daher
Zugang dazu benötigen. Außerdem kann es erforderlich sein, dass ein Elektriker,
Klimatechniker oder eine Reinigungskraft temporär Zugang benötigt. Je nach
Unternehmensrichtlinie werden diese Arbeiten dann beaufsichtigt oder die
entsprechenden Kräfte erhalten eine eigene Zugangsberechtigung. Hier müssen Sie
in ihrem Zugangskonzept abwägen und festlegen wie Sie das handhaben wollen. Je
nach Budget können Sie dann noch festlegen, ob sie ein klassisches Schließsystem
mit normalen Schlüsseln verwenden wollen oder ob Sie doch lieber ein
Magnetkartensystem mit PIN-Code benutzen wollen. Der Nachteil am klassischen
Schlüssel ist, dass immer gleich die ganze Schließanlage getauscht werden muss,
wenn ein Schlüssel verloren gegangen ist und das Sie nicht mit Sicherheit
verhindern können, dass ein Nachschlüssel gemacht wird. Die vermeintlich
billigere Lösung kann sich also, als die Teurere und Unsichere entpuppen. Der
Vorteil an Kartensystemen ist, dass Sie schnell und sehr kostengünstig auf eine
verlorene Zugangskarte reagieren können und jederzeit sehen können wer aktuell
Zugang hat.
Neben dem Zugang zu Rechenzentrum müssen Sie sich auch überlegen, wie Sie den
Zugang zu Ihren unternehmenskritischen Daten in den Büros und Aktenräumen
sichern können. Nun, dazu müssen Sie natürlich auch erst einmal Ihre
unternehmenskritische Daten identifizieren und gleich danach die anderen Daten,
die Sie schützen müssen, weil Gesetze, wie das Bundesdatenschutzgesetz Sie dazu
verpflichten. Am besten ist es wohl, Sie sensibilisieren ihre Mitarbeiter und -
sofern vorhanden - die Pforte alle Besucher niemals unbeaufsichtigt zu lassen.
1.2.2 Schutz vor Naturgewalten (Brand, Überflutung und Erdbeben)
Je nach geografischer Lage sind unterschiedliche Vorbereitung auf
Katastrophenfälle erforderlich. Welche das sind, hängt immer sehr stark von der
Situation vor Ort ab. Wichtig ist in jedem Fall eine Löschanalage, die im Fall
eines Brandes die Rechner weitestgehend schont und die Retter nicht der Gefahr
von Stromschlägen durch die Geräteverkabelung aussetzt. Die Beste Vorbereitung
auf Naturgewalten ist jedoch eine sorgfältige Standortwahl für das
Rechenzentrum. Das ist in der Regel deutlich preiswerter als einen gefährdeten
Standort so aufzurüsten, dass er einigermaßen erdbebensicher ist, gegen eine
Überflutung eine zeitlang standhalten kann oder vor Erdrutschen und Lawinen
gesichert ist. Letztlich gibt es keine einhundertprozentige Absicherung gegen
Naturkatastrophen. Daher wird in der Regel bei geschäftskritischen Anwendungen
ein Zweit- oder Ausfallstandort aufgebaut, der die Anwendungen und Daten als
Spiegel vorhält und im Fall der Fälle die Arbeit übernimmt. Nebenbei ermöglicht
ein solcher Standort auch Arbeiten an einer Seite ohne den Betrieb zu
unterbrechen.
1.2.3 Sichern und Wiederherstellen von Daten
Es gibt nicht viel, das bei IT-Systemen wichtiger ist als eine
Datensicherung. Dabei unterscheidet man zwei grundsätzlich unterschiedliche
Ansätze.
1.2.3.1 Desaster Recovery Backup
Dieser
Ansatz dient der Wiederherstellung des gesamten Rechners, inklusive
Betriebssystem und aller Einstellungen, auch der Registry. Hiermit kann ein Rechner bei
Hardwareschäden oder Virusbefall komplett auf den Stand vor der Störung
zurückgesetzt werden. In vielen Fällen wird hier ein Image, also ein kompletter
Abzug des Systems gemacht, dass danach wieder auf einem anderen System
eingespielt werden kann.
Schwierig wird es oftmals nur dann, wenn das System auf einem anderen
Hardwaretyp wieder eingespielt werden soll ("dissimmilar hardware restore"). Für
virtualisierte Rechner ist das kein Problem, denn sie kennen nur ihre virtuelle
Hardware, die auf allen Hosts gleich ist. Bei physischen Systemen müssen oft die
gesamten Treiber gegen die des neuen Systems getauscht werden.
Professionelle (und relativ teure) Sicherungstools bieten hierfür entsprechende
Optionen. Problematisch ist es oft, wenn sich die Hardwareabstraktionsschicht (hardware
abstraction layer, HAL) ändert. Desaster-Recovery-Sicherungen sind immer dann
erforderlich, wenn sich am System etwas geändert hat. (Upgrade, Updates,
Domänenänderung, neue Benutzerkonten etc.). Sie sind damit nicht so häufig
erforderlich wie echte Datensicherungen.
1.2.3.2 Datensicherung
Bei der echte Datensicherung werden Inhalte von Dokumenten, Dateien und
Datenbanken kopiert. Prinzipiell ist immer dann eine Sicherung nötig, wenn Daten
verändert werden. Da eine Echtzeitsicherung jedoch aus Leistungs- und
Ressourcensicht nicht zu bewerkstelligen ist, werden Datensicherungen je nach
Wichtigkeit der Daten in kurzen vorher definierten Abständen gesichert.
Relativ weit verbreitet ist das
→Großvater-Vater-Sohn-Prinzip.
Damit wäre es möglich jeweils an einen bestimmten Zeitpunkt des Datenbestandes
zurückzugelangen. Kürzere Zeiträume (zum Beispiel Stunden oder Viertelstunden
können mit Hilfe von Veränderungsaufzeichnungen wie Datenbank-Transaktionslogs
erreicht werden, sodass man vom Zeitpunkt her sehr nah an einen Störfall
herankommen kann (manchmal auf wenige Sekunden).
Um das Datenvolumen nicht explodieren zu lassen gibt es verschiedene
Ansätze nur veränderte Teile von Daten zu sichern. In jedem Fall wird jedoch
zunächst ein sogenanntes Full-Backup, also eine Sicherung des gesamten Datenbestandes
benötigt. Sie dient als Ausgangspunkt jeder späteren Sicherung. Was danach
passiert hängt von der Sicherungsstrategie[ 1]
ab:
- ausschließlich Vollsicherungen

Am einfachsten wäre es nun täglich eine Vollsicherung zu erstellen. Will man den
Datenbestand eines Monats vorhalten, müsste man dann schon annähernd die
31-fache Speichermenge der Ursprungdaten vorhalten, was aus Kostengründen nicht
durchzuhalten sein dürfte.
- differentielle Datensicherung

Man sichert zunächst ein Full-Backup und erstellt dann jeweils ein Backup mit
den Dateien die sich seit dem Full-Backup verändert haben. Ausgehend von einer
tagesweisen Sicherung bedeutet dass, dass man am ersten Tag ein Full-Backup hat
und dann alle Änderungen sichert, die am zweiten Tag passiert sind. Am dritten
Tag wird das Full-Backup wieder mit dem aktuellen Stand vergleichen und alle
Deltas werden erneut gesichert und so weiter. Jedes Backup nach der
Vollsicherung wird nun also ein wenig größer als sein Vorgänger sein. Irgendwann
steht dann also die nächste vollständige Sicherung an und das Ganze beginnt
erneut. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man immer nur höchstens zwei
Backups benötigt um auf den aktuellen Stand zu kommen.
- inkrementelle Sicherung

Eine weitere, aber deutlich komplexere Alternative ist die "inkrementelle
Sicherung". Hier wird auch zunächst eine vollständige Sicherung erstellt und am
ersten Tag danach eine Sicherung der Veränderungen. Bis hierhin besteht also
noch kein Unterschied zur differentiellen Methode.
Am dritten Tag werden jedoch
erneut nur die Änderungen seit der letzten Sicherung, also der letzten 24
Stunden weggesichert. Die Inkremente bleiben also in etwa gleich groß und
wachsen nicht etwa an. Der insgesamt benötigte Speicherplatz wird dabei auf ein
Minimum reduziert. Der Nachteil dieser Methode ist jedoch, dass alle
vorausgehenden Sicherungen (Vollsicherung + Inkremente) benötigt werden um auf
einen aktuellen Stand zu kommen. Die Daten werden also bei der Wiederherstellung
aus allen einzelnen Sicherungen wieder zusammengesucht.
Jede Sicherung kann darüber hinaus natürlich auch mit herkömmlichen
Kompressionen verkleinert werden um Speicherplatz zu sparen.
Wichtig:
Aufbewahrung der Sicherungsmedien
Bei der Aufbewahrung Ihrer Sicherungsmedien sollten Sie an zwei Dinge
denken.
- Lagern Sie das Backup an einem anderen Ort, damit es nicht bei
einer Katastrophe, wie zum Beispiel einem Brand, mit den
Originaldaten verloren geht.
- Verhindern Sie, dass jemand unbefugten Zugriff auf die
Datensicherung bekommt. Das kann entweder dadurch geschehen, dass
sie die Sicherungsmedien in einen Tresor einschließen oder dadurch,
dass Sie das Backup einfach Verschlüsseln. Dadurch wäre selbst eine
gestohlene Festplatte für den Dieb nicht mehr Wert als den
Materialwert.
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1.3 zuverlässiges Datenlöschen
Irgendwann haben ihre Datenträger ausgedient oder sie möchten Daten löschen, die Sie nicht mehr brauchen oder die veraltet
sind, bei einigen Daten sind Sie dazu sogar gesetzlich verpflichtet. Ihnen sollte klar sein, dass das Drücken der Entf-Taste
keineswegs irgendwelche Daten löscht. Selbst in Windows gelöschte Daten (also die, die Sie aus dem Papierkorb gelöscht haben)
sind auf der Festplatte immer noch vorhanden. Windows markiert diese Dateien lediglich als "gelöscht" und zeigt sie nicht mehr
im Explorer an. Selbst beim Formatieren wird die Festplatte nur um die Dateizuordnungstabelle (also das Inhaltsverzeichnis)
bereinigt, die Daten selbst sind nach wie vor vorhanden. Um Sie richtig zu löschen, müssen Sie sie überschreiben. Früher wurde
immer gesagt dies sei sicher erst dann zu schaffen, wenn das mindestens 35mal mit zufälligen Zeichenkombinationen geschieht
(Peter Gutmann-Methode). Heute, bei der deutlich höheren Spurdichte der Festplatten, gilt laut BSI ein siebenfacher Zyklus,
auch vor dem Hintergrund der Restmagnetisierung der Festplatte, als ausreichend sicher[ 2].
Software, die dieses Überschreiben bewerkstelligt können Sie im Internet zuhauf herunterladen. Heise Online hat berichtet[ 3],
dass bereits einmaliges Überschreiben hinreichend sicher sei.
Bei anderen Speichermedien wie Solid State Disks hilft das Überschreiben in der Regel auf Grund der technischen Funktionsweise
nicht. Am besten verschlüsseln Sie die Daten direkt bereits dann, wenn Sie erstmalig auf das Laufwerk geschrieben werden.
Einige Laufwerke - ob klassische Festplatte oder SSD - bringen direkt von Haus aus einen Chip mit, der die Daten
verschlüsselt, ansonsten gibt es von Microsoft das verschlüsselte Dateisystem EFS und komplette Festplattenverschlüsselung mit
BitLocker. Auch zahlreiche Drittanbieter haben ausgeklügelte Programme im Angebot, die teilweise sogar eine
Dreifaktorauthentifizierung mit Benutzername, Kennwort und einem Hardwaretoken mitbringen.
Für Unternehmen gibt es übrigens auch USB-Sticks, die zuverlässigen Datenschutz gewährleisten
1.4 Was Ihnen bestimmt schon passiert ist - Bedrohungen und Lösungen
Kümmern wir uns einmal um ein paar der möglichen Risiken. Unzählige Gefahren
lauern in den Tiefen des Internets und der realen Welt. Sie können für Sie und
andere Benutzer teuer, unbequem und gefährlich werden. Für Unternehmen wird es
richtig unangenehm, wenn die Produktion ausfällt, oder die Firma Daten verliert
oder hunderte Mitarbeiter nicht arbeiten können.
1.4.1 Viren und Trojaner
Was also droht ihnen? Nun ja. Zunächst einmal kann es Ihnen passieren, dass
Sie oder einer Ihrer Anwender sich einen Virus im Internet aus einem Mailanhang
oder durch die Verwendung eines kompromittierten USB-Speichermediums einfängt.
Dagegen können Sie eine große Armada an von professionellen Sicherheitsprodukten
einsetzen und Ihre Mailanhänge zentral scannen bevor die Mail an die Anwender
zugestellt wird. Alle auf den Rechner gelangenden Dateien können Sie mithilfe
eines Echtzeitscans versuchen abzufangen und außerdem können Sie auch bestehende
Dateien täglich oder wöchentlich scannen. Problematisch wird dies bei großen
Datenmengen, zum Beispiel auf Fileservern. Der Scan verlangt dem Server nämlich
einiges an Rechenleistung ab und verlangsamt die Antwortzeiten auch für die
Anwender merklich. Hier müssen Sie eine Abwägung der zur Verfügung stehenden
Ressourcen und dem Sicherheitsbedürfnis finden, was die Häufigkeit und die
festgelegten Termine angeht.
All diese Maßnahmen bringen jedoch einen Nachteil mit sich. Sie arbeiten mit
Hilfe von Malware-Signaturen und bestenfalls noch mit heuristischen Suchen, also
Suchen, die das Verhalten eines Programms in den Vordergrund stellen. Ist der
Virus schneller bei Ihnen als die Signaturdefinitionen vom Hersteller der
Antivirenlösung, haben Sie in der Regel schlechte Karten.
1.4.2 Eindringlinge und Angriffe von außen
Angriffe von außen passieren - je nachdem wie weit oder eng man die
Definition dafür zieht - relativ oft. Bereits ein Cookie, das bei Ihnen abgelegt
wird kann dazu benutzt werden ihr Surfverhalten auszuspähen. Begrenzt man die
Definition auf aktive Angriffe, werden Sie feststellen, dass an vielen Stellen
versucht wird Ihnen übel mitzuspielen, oft mit Java-Scripts oder anderen
Programmroutinen, die Sie fast beiläufig beim Surfen laden. Die Gründe dafür
sind vielfältig. Sie gehen von einfachen versuchen, Ihren Rechner zu einem
ferngesteuerten Bot zu machen, der dann im Internet nicht mehr unter Ihrer
Kontrolle steht und von anderen als Relais benutzt wird bis zu gezielten
Angriffen auf Ihre Infrastruktur mit dem Ziel Geschäftsunterlagen zu erlangen
(=Wirtschaftsspionage). Unter anderem werden Ihnen Keylogger installiert, die
jede Tastatureingabe, also auch Kennwörter, abfangen und an den Urheber
weitersenden. Im schlimmsten Fall wird zusätzlich noch versucht über Ihr
Netzwerk alle Rechner im Unternehmen lahmzulegen. Man spricht dann von einem
Denial of Service-Angriff. Antiviruslösungen, Firewalls und Mac-Adressen-Filter,
Software zur Eindringlingserkennung (Intrusion Detection) sowie das Einschränken
von Scripts im Browser und ähnliches bieten hier einen gewissen Schutz.
1.4.3 Angriffe von Innen
Auch von Innen droht Ihnen Gefahr. Sei es ein frustrierter Mitarbeiter, der
bei der letzten Beförderungsrunde leer ausgegangen ist oder ein entlassener
Mitarbeiter, der immer noch Zugriff auf seine Benutzerkonten hat und noch eine
"Rechnung begleichen" möchte. Hier hilft ein gutes Berechtigungskonzept und das
zeitnahe Sperren aller Zugriffe von Ex-Mitarbeitern sowie externen Mitarbeitern,
die nicht mehr im Unternehmen tätig sind.
Maßnahmen,
die Ihnen helfen können, sicherer zu werden
Allgermeines
- Schulen und sensibilisieren Sie ihre Mitarbeiter!
- Sperren Sie nicht benötigte Benutzerkonten frühzeitig!
- Arbeiten Sie mit einem schlüssigen Berechtigungskonzept!
- Halten Sie Ihre System auf Stand und spielen Sie regelmäßig
Sicherheitsupdates ein!
Antivirus-Software
- Nutzen Sie eine zentral gesteuerte Antivirenlösung, die Virenfunde auch
berichtet. So können Sie einen befallenen Rechner im Netzwerk schnell
identifizieren und das Problem beheben. Entsprechende Lösungen bieten alle
größeren Hersteller (zum Beispiel Symantec, McAfee, Kapsersky - um nur
Einige zu nennen an)
- Reparieren Sie defekte Antivirenclients und Signaturdefinitionen immer
sofort! Das Risiko steigt mit jeder defekten Installation im Zeitablauf.
- Formatieren Sie infizierte Rechner IMMER und installieren Sie sie neu!
Ein kompromittiertes System ist immer ein Unsicherheitsfaktor. Verbieten Sie
daher möglichst auch das lokale Ablegen von Daten. Wenn Sie Microsoft MDT
zum Installieren der Rechner nutzen, können Sie einen entsprechenden Befehl
zum Löschen der Festplatte bei der Installation mit in die Tasksequenz
einbauen.
Ihre IT und das Internet
- Denken Sie darüber nach einen Webfilter zu installieren. Die größte
Virengefahr geht von Internetseiten mit Pornografie oder sogenannten
Warez-Seiten aus!
- Nutzen Sie einen guten Firewall
- Isolieren Sie Server, wann immer möglich vom Internet! (Für Updates gibt
es von Microsoft WSUS und SCCM oder von heise das c't offline update). Achten Sie darauf, dass
auf den Servern die verstärkte
Sicherheitskonfiguration des Internet Explorers aktiv ist. Server, die
zwingend eine Internetverbindung benötigen (zum Beispiel Lizenzserver, die
darüber Programme autorisieren) sollten in der DMZ stehen und nur streng
definierte Zieladressen besuchen dürfen.
- Nutzen Sie die Möglichkeit von Intrusion Detection Systemen (wie zum
Beispiel Snort)!
Andere Wege von Schadsoftware in Ihre IT-Landschaft
- Geben Sie mit Hilfe einer Gerätesteuerung vor, welche externen
Speichermedien angeschlossen werden dürfen! Das schützt auch ein Stück weit
vor Datendiebstahl. Es reicht schon aus, lediglich einen USB-Stick
anzuschließen um Malware ins System zu bringen. Microsoft hat übrigens
mittlerweile per Windows-Update die Autostartfunktion auf CDs und DVDs
beschränkt.
- Filtern Sie Ihr Netzwerk auf erlaubte Geräte mit einem so genannten
MAC-Adressen-Filter. Die ist natürlich gerade bei größeren Unternehmen mit
vielen hundert oder tausend Geräten ein echtes Problem, weil die
MAC-Adressen nicht unbedingt bekannt sind. Eine gängige Vorgehensweise ist
es alle Neugeräte und Reparaturgeräte entsprechend zu erfassen. Allerdings
hat man so erst nach einigen Jahren eine gültige Liste. Außerdem muss
geklärt werden, wie Altgeräte auch wieder aus der Liste entfernt werden,
wenn Sie abgeschaltet werden. Für Server-VLANs lässt sich so eine Liste
aller Erfahrung nach einfacher erstellen als für Endgeräte.
Bereits installierte und genutzte Software
-
Nutzen Sie die Möglichkeit der Datenausführungsverhinderung (Data
Execution Prevention) von Windows und registrieren Sie die erlaubten
Programme. Zumindest auf Servern sollte das möglich sein.
Die Einstellungen der DEP erreichen Sie über die Systemeigenschaften (Rechstklick
auf Computer --> Eigenschaften). In der Aufgabenleiste wählen Sie
"Erweiterte Systemeinstellungen" und klicken im oberen Bereich "Leistung"
auf die Schaltfläche "Einstellungen". Im folgende Dialog wählen Sie die
dritte Registerkarte und setzen den Radiobutton auf die unter Option.
Nach einem Neustart ist die Datenausführungsverhinderung aktiv. Sollte ein
von Ihnen benötigtes Programm partout nicht mit der DEP zusammenarbeiten
wollen, können Sie an der selben Stelle mit dem Button "Hinzufügen.. eine
Ausnahme hinzufügen.
- Es gibt auch Sicherheitslösungen die die Executables ausführbarer
Programme auf Ihren Hashwert prüfen und an Hand einer Whitelist die
Ausführung zulassen oder verbieten. Diese Lösungen sind jedoch relativ
komplex und erfordern eine Nachpflege aller Dateien, die zum Beispiel bei
Updates ausgetauscht werden.
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Mit den genannten Maßnahmen nähern Sie sich einem besser geschützten System.
Spezialisierte Systemhäuser bieten auch entsprechende Penetrationstests an, die
Ihnen Ihre individuellen Schwachstellen aufzeigen können. Vollständige
Sicherheit gibt es jedoch nicht!
Quellenangaben:
[1] Wikipedia Deutschland [URL:
http://de.wikipedia.org/wiki/Datensicherung#Sicherungsarten]
Datum der letzten Recherche: 16.04.2011 20:41 Uhr
[2] Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik [URL:
https://www.bsi.bund.de/ContentBSI/grundschutz/kataloge/m/m02/m02167.htm]
Datum der letzten Recherche: 14.08.2011 13:33 Uhr
[3] Heise Online [URL:
http://www.heise.de/security/meldung/Sicheres-Loeschen-Einmal-ueberschreiben-genuegt-198816.html]
Datum der letzten Recherche: 14.08.2011 13:08 Uhr
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